Der Sarg oder das Totenhäuschen mit der Leiche steht auf Pfählen hoch über dem Boden. Es soll verhindern, dass der Tote von Wildhunden oder anderen Landraubtieren gefressen wird. Erwünscht ist nur der Verzehr durch Vögel und die damit verbundene Reise der Seele zurück in den Himmel.

Abgesehen von der animistischen Symbolik wird als Grund dieser “Plattform- oder “Hochbestattung” alter Naturvölker das Bedürfnis vermutet, die Verwesung und damit die infizierende und verunreinigende Kraft des Todes in erhöhter Lage über dem Erdboden, fern von den Lebenden, vonstatten gehen zu lassen. Die Plattformen – primitive Vorformen der parsischen “Türme des Schweigens” – hatten also wie auch die Türme den Sinn die Erde vor einer Berührung mit dem Tod zu schützen.

Mich fasziniert neben dem rituellen Hintergrund dieser speziellen Form der Totenbestattung vorallem die formale Ästhetik, das Skulpturhafte und von Menschenhand Geschaffene inmitten der Natur.
In der Serie “Luftsarg” und “Doppelter Luftsarg” zitiere ich diesen Totenkult mithilfe einiger einfach gezimmerter Holzkisten die ich mit Seilen auf Bäume binde.